Fachwerkhäuser im Elsass: Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen darf

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Die Städte im Elsass gehören zu den schönsten Orten die Frankreich zu bieten hat. Sie wirken ein wenig wie aus einer längst vergangenen Zeit, teilweise auch wie ein bewohntes Puppenhaus. Immer mit dabei: Die Fachwerkhäuser im Elsass.

Fachwerkhäuser im Elsass: Charmante Architektur

Wenn Sie sich die Städte und Dörfer im Elsass anschauen, wird Ihnen auffallen, wie pittoresk und eindrucksvoll diese sind. Die Fachwerkhäuser, die so typisch für die Region sind, lassen die Orte ein wenig wie Freilichtmuseen wirken. Kein Wunder, dass so mancher Besucher davon träumt, zum Eigentümer einer Ferienwohnung oder eines ganzen Hauses hier zu werden.

Immobilienmakler müssen das Objekt, das gerade zum Verkauf steht, kaum anpreisen, denn die Fachwerkhäuser sind gefragte kleine Bauwerke. Sie präsentieren sich mit ihren kleinen Sprossenfenstern und den hübschen Gardinen, mit den Blumen auf der Fensterbank und der allzu oft sehr präsenten Katze. Wer hier fotografiert, bekommt Bilder, die ein wenig an ein Fotoalbum erinnern, an eine Fotostrecke zu den schönsten Puppenhäusern der Welt.

Die Fachwerkhäuser im Elsass können schon beinahe als Kulturerbe bezeichnet werden, obgleich sie das streng genommen natürlich nicht sind.

Die Fachwerkhäuser im Elsass können schon beinahe als Kulturerbe bezeichnet werden, obgleich sie das streng genommen natürlich nicht sind.(#01)

Kulturerbe der Fachwerkhäuser im Elsass

Die Fachwerkhäuser im Elsass können schon beinahe als Kulturerbe bezeichnet werden, obgleich sie das streng genommen natürlich nicht sind. Doch ihre Bauweise gibt es hier in der Region schon seit dem 19. Jahrhundert und sie ist beispielhaft für die damals typische Architektur in Mitteleuropa. Vor allem im Südwesten von Deutschland und in der Schweiz sind diese Fachwerkhäuser damals verbreitet gewesen und präsentierten sich durch die Verwendung der großen und sichtbaren Holzbalken sowie durch die Erkerfenster in den oberen Etagen.

Hier im Elsass, in diesem Randgebiet Frankreichs, hat sich die Bauweise bis heute gehalten und zeigt sich nun als Touristenmagnet. Eine Ferienwohnung am Rande der wunderschönen Weinstraße muss schon beinahe ein Fachwerkhaus sein! Moderne Gebäude passen hier nicht hinein und würden als störendes Objekt nicht als stimmige Immobilie wahrgenommen werden.

Für die Herstellung des Fachwerks wurde schon damals Eichenholz verwendet. Die Gefache hingegen wurden mit einem Geflecht aus Holz, wofür meist Weide verwendet wurde, gefüllt. Auch Lehm kam zum Einsatz und füllte die letzten Lücken aus. Teilweise erfolgte eine Ausmauerung der Lücken mit Backsteinen oder Bruchsteinen.

Auch für die Verbindung der einzelnen Holzteile wird Holz verwendet: Holznägel und Verzapfungen halten die Balken sicher zusammen und sorgen dafür, dass das Gebäude nach außen hin dicht ist. Das Fundament der Fachwerkhäuser im Elsass hingegen ist gemauert. Somit entstand eine solide Basis für den Aufbau aus Holz, außerdem konnte das Haus sogar abgetragen und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

Interessantes Detail: An der Größe der Eck- und Erkerfenster ließ sich ablesen, wie reich der Bewohner des Hauses war. Große Fenster konnten sich nur reiche Leute leisten, die darüber hinaus die heute noch zu sehenden und wunderschönen Schnitzereien einarbeiten ließen.

Die Fachwerkhäuser im Elsass wurden mit dem typischen Blumenschmuck versehen.

Die Fachwerkhäuser im Elsass wurden mit dem typischen Blumenschmuck versehen.(#02)

Fachwerkhäuser im Elsass: Häuser geschmückt mit Blumen

Die Fachwerkhäuser im Elsass wurden mit dem typischen Blumenschmuck versehen. Dieser ist auch heute noch zu sehen und vielerorts gibt es sogar Wettbewerbe, bei denen es um das am schönsten geschmückte Haus geht. Der Grand Prix mit Namen „Villes et villages fleuris“ kürt dann einen Sieger, wobei das Komitee mittlerweile aus rund 12.000 Bewerbern wählen kann. Rund 1/3 aller Gemeinden Frankreichs nehmen daran teil.

Wenn Sie hier eine Ferienwohnung beziehen, können Sie also sicher sein, dass Sie diese reich geschmückt vorfinden. Das gilt auch, wenn Sie sich als Käufer für ein Objekt im Elsass interessieren. Es wird erwartet, dass Sie die französische Tradition beibehalten und fortführen. Die Sieger der Wettbewerbe schreiben ihren Triumph sogar auf die Ortseingangsschilder!

Zu den Sehenswürdigkeiten im Elsass gehören in jedem Fall die Fachwerkhäuser dazu.

Zu den Sehenswürdigkeiten im Elsass gehören in jedem Fall die Fachwerkhäuser dazu.(#03)

Diese Fachwerkhäuser müssen Sie sehen

Zu den Sehenswürdigkeiten im Elsass gehören in jedem Fall die Fachwerkhäuser dazu. Das Schöne: Wenn Sie ein Haus bestaunen, wird der Eigentümer nicht lange auf sich warten lassen und Sie in ein Gespräch verwickeln. Denn die Franzosen sind stolz auf ihr architektonisches Erbe und auf die Gebäude, die so heimelig und romantisch wirken.

Besuchen Sie zum Beispiel unbedingt La Petit France in Straßburg. Hier sehen Sie beispielsweise die Häuser, die auf kleine Fundamente gesetzt wurden und dann große Vorkragungen bekamen. Dies schaffte deutlich mehr Wohnfläche, ohne eine große Baufläche in Anspruch zu nehmen. Auch das Maison Kammerzell in Straßburg ist unbedingt sehenswert, hier findet sich vielleicht nicht das schönste, aber doch eines der schönsten Gebäude überhaupt in diesem Baustil.

Tipp: Schauen Sie sich Straßburg oder Colmar bei Nacht an! Diese Orte entfalten zu jeder Tages- und Nachtzeit ein ganz besonderes Flair und so sollten Sie diese auf jeden Fall auch in der Nacht ansehen.

Hier geben wir Ihnen Tipps zu Orten, die Sie in Frankreich unbedingt gesehen haben müssen und die die Fachwerkhäuser im Elsass auf die schönste Art präsentieren:

Straßburg besticht durch seine märchenhaften Bauten, durch die große Kathedrale und durch die Häuschen, die teils zwar windschief sind, die aber einen wunderschönen Eindruck hinterlassen. (#04)

Straßburg besticht durch seine märchenhaften Bauten, durch die große Kathedrale und durch die Häuschen, die teils zwar windschief sind, die aber einen wunderschönen Eindruck hinterlassen. (#04)

1. Straßburg

Straßburg besticht durch seine märchenhaften Bauten, durch die große Kathedrale und durch die Häuschen, die teils zwar windschief sind, die aber einen wunderschönen Eindruck hinterlassen. Wer hier Eigentümer einer Ferienwohnung oder eines Hauses wird, kümmert sich meist nicht um die Begradigung der Gebäude, sondern um den Erhalt dessen, was so gegeben ist. Besuchen Sie hier die großen Paläste, die sich direkt am Flussufer befinden oder das beliebte Viertel Petit France.

Einst war dies das Gerberviertel und Sie befahren es heute noch auf der Ill. Es entstehen durch die verschiedenen Arme der Ill mehrere Inseln, sodass sich Besucher gern mit dem Boot durch das Viertel bewegen. Die UNESCO hat La Petit France schon 1988 zum Kulturerbe ernannt und Sie werden das Gefühl haben, eine Art Geschichtsstunde bei der Besichtigung zu erleben. Die einzelnen Fassaden der Gebäude zeugen von den jeweiligen Herrschern der Stadt.

Nicht die schönste, aber eine der schönsten Städte ist Colmar. (#05)

Nicht die schönste, aber eine der schönsten Städte ist Colmar. (#05)

2. Colmar

Nicht die schönste, aber eine der schönsten Städte ist Colmar. Ein Teil der Stadt wird als Klein-Venedig bezeichnet, denn das zugehörige Viertel besteht aus kleinen und niedlichen Häusern, die sich fröhlich und bunt präsentieren. Sie zeigen sich mit all ihren Blumen und strahlen ein wenig um die Wette. Touristen kommen gern hierher und besuchen die Stadt an der Lauch, wobei die Besucher auf Booten angeschippert kommen. Der kleine Fluss wirkt im Sommer wie eine Hauptverkehrsader, denn dann sind Dutzende von Booten gleichzeitig unterwegs.

Insgesamt präsentiert sich die Stadt wie ein Ort von einer Postkarte: Gepflegt, romantisch und ein wenig verloren in der modernen Zeit. Besuchen Sie hier unbedingt die Altstadt, die wie ein riesiges Freilichtmuseum wirkt, und schauen Sie sich an, was Denkmalpflege bewirken kann.

Von Colmar aus geht es weiter, wenn Sie die Weinstraße besichtigen wollen. (#06)

Von Colmar aus geht es weiter, wenn Sie die Weinstraße besichtigen wollen. (#06)

3. Die Weinstraße

Von Colmar aus geht es weiter, wenn Sie die Weinstraße besichtigen wollen. Sie werden die Weinberge sehen, die nur sieben Kilometer vor den Toren der Stadt liegen. Insgesamt ist die Weinstraße rund 170 Kilometer lang und gehört zu den ältesten ihrer Art in Frankreich. Sie besuchen während der Route Ruinen von Türmen und Burgen, werden geputzte Fachwerkhäuser im Elsass sehen und wunderschöne Schlösser besichtigen. Natürlich kehren Sie auf den Weingütern ein und nutzen Ihre Einkehr zur Verkostung Ihres neuen Lieblingsweins.

Verfolgen Sie die Straße weiter, gelangen Sie in den Norden, in dem Traditionen noch gelebt werden. Die Gemütlichkeit stellt sich ganz von selbst ein und die Bräuche sind noch unverfälscht und werden alltäglich gelebt. Die Dörfer und Städte entlang der Weinstraße sind hier im Norden eher schlicht und deutlich weniger bunt. Dafür spüren Sie das pure Leben, wie es einst war. Die weißen Fassaden der Häuser stehen in starkem Kontrast zu dem schwarzen Fachwerk. Das ist aber schon das einzig Auffällige am Norden, denn dieser besticht weniger durch seine Auffälligkeit. Er wird daher nur allzu oft übersehen und spielt bei den Urlaubern kaum eine Rolle. Damit stellt er sich aber als perfektes Reiseziele für alle, die im Urlaub Ruhe haben wollen, dar.

Video: Soufflenheim Hagenau Frankreich

4. Soufflenheim

Soufflenheim ist eine Töpferstadt, wobei die Einwohner ihrer Stadt diesen Namen selbst verliehen haben. Eigentlich ist es eher ein Dorf, denn hier leben gerade einmal 5000 Menschen. Dafür wird die Gastfreundlichkeit aber großgeschrieben und jeder Besucher ist herzlich willkommen. Es gibt sogar diverse Führungen, die diese Stadt, die eigentlich ein Kulturerbe darstellt, präsentieren sollen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Fachwerkhäuser im Elsass, sondern auch die Töpferei der Familie Graessel, die hier Teller und Tassen, Vasen und viele andere Dinge herstellt.

Die Mitarbeiter sind für das Bemalen und Formen der Gegenstände zuständig und Tag für Tag damit beschäftigt, ein neues Objekt zu schaffen. Über Nacht entstehen hier teilweise Produkte, die reißenden Absatz finden, wenn die Besucher die Töpferei besuchen. Der Laden der Familie Graessel ist prall gefüllt mit all den Kleinigkeiten, die sie hier selbst hergestellt haben. Zur Kundschaft zählen Franzosen ebenso wie Deutsche, denn der Shop liegt nur 15 km von der deutschen Grenze entfernt. Vor allem die schlichten Dinge sind hier beliebt und werden stark nachgefragt. Es handelt sich nicht nur um Mitbringsel, sondern auch um Alltagsware, die aufgrund ihrer Beschaffenheit und ihrer Qualität jederzeit Einzug in die Haushalte halten darf.

Die Städte im Elsass gehören zu den schönsten Orten Frankreichs.

Die Städte im Elsass gehören zu den schönsten Orten Frankreichs.(#07)

5. Kutzenhausen

Ob bei Tag oder bei Nacht: Kutzenhausen ist einen Besuch wert. Hier geht es wahrlich nostalgisch zu und wer das Dorf besucht, wird nicht nur die typischen Fachwerkhäuser im Elsass zu sehen bekommen, sondern auch Menschen, die ein wenig eigenartig sind. Kein Wunder, denn der Ort, der nördlich des Hagenauer Forsts liegt, war schon früher nur selten gut besucht. Die Dörfer hier im nördlichen Elsass haben ihre typischen Eigenheiten bewahrt, wobei die Menschen dennoch offen gegenüber neuen Gästen sind.

Sie werden sich fühlen, als wären Sie mitten in ein Kulturerbe geraten, wenn Sie die Handarbeitskurse besuchen oder sich im hiesigen Bauernmuseum umsehen. Dort liegen aufgeschlagene Schulbücher, feine Kleider, die auf den großen Anlass zum Ausgehen warten und die Kochtöpfe stehen auf dem Herd bereit. Es mutet ein wenig an, als wären die Bewohner des Hauses nur kurz nach draußen gegangen, um etwas zu erledigen und würden gleich wieder zurückkehren. Teilweise sind die Besucher so vertieft, dass sie erschrecken, wenn tatsächlich ein Dorfbewohner zur Tür hereinkommt. Man wollte doch nicht stören! Realistischer kann ein Museumsbesuch kaum sein.


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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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